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STIMMT SO!


Machen wir uns nichts vor, Kolleginnen und Kollegen, diese zwei Worte klingen wie Engelsgesang in unseren Ohren. Sie sind unser Mantra, unsere allmächtige Beschwörungsformel: "Stimmt so!" Diese zwei Worte tragen uns durch den Tag und versüßen uns den Feierabend. Sie zaubern uns ein Lächeln auf's Gesicht, auch wenn wir fast überkochen. Schade nur, dass sie immer seltener werden.

 

Da wäre zum Beispiel der notorische Kleingeldsammler. Er trinkt gerne Wasser und isst das günstigste Gericht. Danach bezahlt er grundsätzlich mit Münzen – "damit mein Geldbeutel ein bisschen leichter wird, haha". Wir freuen uns, dass er es passend hat und nun viel Kupfer in unser viel zu schweres Euter wandert. "Danke und auf Wiedersehen", ist unser trockener Kommentar.

 

Gleich danach kommen die, die noch nicht einmal Kleingeld haben. Die Armen. Wir kassieren zum Beispiel 14,90 Euro, der Gast – in diesem Fall meist eine Frau – gibt einen Zwanziger und lässt sich fünf Euro zurückgeben. "Hach", bedauert sie, "jetzt habe ich gar kein Kleingeld mehr für Sie. Naja, das nächste Mal". Ich schaue irritiert. "Danke und auf Wiedersehen", ist mein trockener Kommentar.

 

Ebenfalls in diese Kategorie fallen die Wühler. Sie geben grundsätzlich nichts, kommen aber nicht so recht klar damit. Beim Kassieren sehen sie nicht auf, sondern wühlen in ihrem Portemonnaie. Hat man das Wechselgeld herausgegeben, wühlen sie immer noch. Etwas irritiert steht man auch hier am Tisch und wartet. Aber nein, sie wühlen einfach nur so. Nun denn: "Danke und auf Wiedersehen".

 


 

Viele Klischees über das Trinkgeld stimmen: Männer geben großzügiger, Frauen verlässlicher. Aber auch Überraschungen sind immer möglich. So tippen junge Leute im Teenie-Alter manchmal besser als gutsituierte Ältere, Prekariats-Vertreter großzügiger als Anzugträger. Letztere geben dann mehr, wenn auch andere Anzugträger am Tisch sitzen.

 

Bei älteren Ehepaaren wiederum wird oft der Ehemann von der Gattin in die Seite geknufft, noch ein paar Cent draufzulegen. Aber auch umgekehrt ist es schon passiert: 1,50 Euro Trinkgeld hatte der Gatte schon freundlich bereitgelegt, da griff die Ehefrau wortlos dazwischen und ließ den Euro wieder ins eigene Portemonnaie rutschen.

 

Wer etwas gibt und wer nicht, scheint keinerlei Regeln zu unterliegen. Vor allem aber: Das Trinkgeld-Gebaren richtet sich nicht im Geringsten nach den Gerechtigkeitsfantasien des Personals. So können zwei befreundete Familien mit insgesamt 14 Personen im Restaurant einfallen, das gesamte Team inklusive Küche in Atem halten, Bananenschalen und Kinderbrei auf dem Tisch verteilen und Pommes auf dem Boden hinterlassen – ohne dass dies einen Bezug zum späteren Tip haben muss.

 

Auch eine ausgelassene Konfirmationsfeier, die in mehreren Stunden mehrere hundert Euro verbraten hat, geht schon mal ohne Anerkennung aus der Tür. Gerade bei Familienfeiern ist es beliebt, dass der Gönner heimlich an der Kasse bezahlt und sich so der sozialen Kontrolle durch die Verwandtschaft entzieht. Einmal kam tatsächlich ein junger Mann zu uns und fragte: "Hat mein Schwiegervater wieder so wenig Trinkgeld gegeben?" Unsere perplexen Mienen machten ihm richtig Spaß und er gab nochmal 20 Euro für den Nachmittag.

 


 

Viele Leute geben aber nach wie vor gern, man sieht es ihnen an. Es freut sie, wenn die Kellnerin sich freut. Manche geben sogar, wenn die Gegenleistung nicht ganz gestimmt hat: "Das Essen war zwar bescheiden, aber Sie waren dafür umso freundlicher". Gönner finden sich auch immer wieder: Einmal hatte ein Mann so ungewöhnlich hohes Trinkgeld gegeben (rund 30 Prozent), dass die Kollegin zum Tisch zurückging, um noch einmal zu fragen, ob er sich nicht verrechnet habe. "Nein", meinte der Gast, "das ist völlig in Ordnung. Sie müssen ja davon leben".

 

Die rührendsten Trinkgeld-Geber sind für mich allerdings die alten Damen, für die das Ausgehen noch etwas bedeutet. Ganz offensichtlich zwacken sie sich diese unnötig teure Tasse Kaffee von einer viel zu kleinen Rente ab. Meist ein bisschen aufgeregt und immer dankbar für ein kleines Gespräch. Hat man ihnen geholfen, das Kleingeld abzuzählen, weil die Augen nicht mehr so wollen, gibt es nochmal "zehn Pfennig" extra, einen warmen Händedruck und ein "Das ist für Sie, Fräulein".

 

Überhaupt. Es gibt viel zu viele alte Damen, die alleine in den Cafés herumsitzen. Und das sind nur die mutigsten. Wenn die sich alle zusammenschlössen und die anderen aus ihren einsamen Wohnungen holen würden – wäre das nicht toll? Eine graue Revolution.

 


 

Zurück zum Thema. Trinkgeld ist eine Kann-Leistung, die sich eingebürgert hat, betont der Knigge. Eine Verpflichtung dazu gibt es also nicht. Aber mal ehrlich, Colegas: Sind die Leute einfach nur freundlich zu uns, haben sie schlechte Karten, oder? Wer will das schon hören: "Es war ganz toll bei Ihnen! Wir sind rundum zufrieden! Wir kommen bestimmt wieder!" Wer nicht tippt, ist durchgefallen, auch wenn er vorher sympathisch war.

 

Ein bisschen lässt sich dies wohl mit der schlechten Bezahlung entschuldigen, die im Gastgewerbe üblich ist. Ein bisschen sicher auch mit der endlosen Dienstbarkeit, die diesen Beruf prägt. Vor allem aber hat es mit Gewöhnung zu tun. Ja, wir sind daran gewöhnt wie der Hund ans Leckerli – und gibt es nichts, fangen wir an zu knurren.

 

Dabei zeigt sich meist, dass vor allem Kleinvieh Mist macht. Ein Milchkaffee für 2,80 Euro wird fast automatisch auf 3 aufgerundet, manchmal sogar auf 3,50 Euro, ein Essen für 18,60 auf 20 Euro. Wenn dann der Schnösel-Tisch mit 48,60 Euro auf 50 aufrundet, gleicht sich alles wieder aus. 15 Euro zusätzlich pro Tag springen so auf jeden Fall 'raus, in der besseren Gastronomie weitaus mehr, an ruhigen Tagen weniger.

 

Dem neidischen Gast sei aber auch nicht verschwiegen, dass in vielen Lokalitäten das Trinkgeld zum Lohn gehört. Stundenlöhne von 5,50 Euro sind durchaus üblich. Auch verbleibt der Tip nicht immer bei der Kellnerin. Manchmal streicht ihn der Chef ein, meist wird er mit den Kollegen von Theke und Küche geteilt. Und sollte einmal Geld im Beutel fehlen, weil Gäste im Biergarten einfach abgehauen sind, heißt das in der Gastronomie: PP (Persönliches Pech). Fast jede/r von uns hat schon mal unfreiwillig die Zeche von wildfremden Menschen bezahlt.