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Hunde sind auch nur Kinder

19.10.2009 von frollein

 

Die Geburtenrate in Deutschland fiel stetig. Und zwar seit Anfang der Siebziger. Nur bei meinen Freundinnen hatte sich das noch nicht herumgesprochen. Obwohl wir alle Soziologinnen waren. Obwohl wir die Abwärtskurve kannten.

 

Eine nach der anderen brach also das Studium ab, und ich stand plötzlich alleine da. So machte ich Diplom, jobbte in der Uni und besuchte die anderen zu Hause. Dies jedoch war das Ende der innigen Freundinnenschaft, und zwar aus einem ganz einfachen Grund: Ein normales Gespräch war nicht mehr möglich.

 

Kaum ein Satz, der vollendet, kaum ein Lachen, das gelacht, kaum eine Träne, die zuende geheult werden konnte – immer grätschten die lieben Kleinen dazwischen. Unsere Unterhaltungen mutierten zur häppchenweisen Konversation zwischen Windelwechsel, Bäuerchen und Alarmgeschrei. Auch am Telefon wurden die Gespräche zur Qual: Ähnlich den Werbepausen bei den Privatsendern dehnten die turbulenten Ereignisse im Hintergrund die Telefonate auf das Drei- bis Fünffache. Entnervt gab ich nach etwa einem Jahr auf.

 

Fortan, so beschloss ich, würde ich mir nur noch Freundinnen mit höchstens Hunden anschaffen. Ich dachte: Lange Spaziergänge, tolle Gespräche, viel frische Luft, danach lecker Latte trinken. Die dankbaren Vierbeiner würden derweil zufrieden unterm Tisch liegen und dösen.

 

Doch die Realität war anders. Denn Geschichte wiederholt sich.

 

Es fing an mit Ruthi und ihrem Cocker Max. Ich kannte die beiden von meiner Jogging-Strecke. Schon beim ersten Spaziergang war mir Max ein bisschen zu aufgeweckt. Er rannte hierhin und dorthin, fraß ständig Scheiße oder wälzte sich in Aas. Später blieb er einfach sitzen und bewegte sich keinen Meter mehr. Ruthi war permanent abgelenkt. »Max, hierher!« rief sie, »Max, komm jetzt!« oder »Max, lass das!« Etwa dreimal musste ich meine Sätze beginnen, bevor ich eine Chance hatte sie zu beenden. Das kam mir verdammt bekannt vor.

 

Als wir uns auf eine Bank setzten, erhoffte ich mir eine kleine Ruhepause. Alles sah gut aus, wir sprachen über unsere aktuellen Affären. Doch kaum stiegen wir tiefer ins Gespräch ein, fing Max an zu buddeln. Vor unseren Augen, zwischen unseren Füßen. Verzweifelt versuchte ich noch, unser Gespräch zu retten: »Max! Aus!« rief ich streng und schlug mit der Hand auf meinen Schenkel. Doch zu spät: Max kläffte und kläffte und hörte nicht mehr auf.

 

Ruthi fand, ich sei zu hart zu ihm gewesen, er sei doch noch klein. Ich fand, er sei eine verwöhnte Töle und süchtig nach Aufmerksamkeit. Alles eine Frage der Erziehung. Damit waren die Spaziergänge zu Ende, bevor sie richtig begonnen hatten.

 

Einen weiteren Versuch unternahm ich mit dem Golden Retriever Balou, besser gesagt mit seinem Frauchen Ulla. Balou war die Ruhe in Person. Beim Spaziergang machte er sein Ding: Er schnupperte und markierte und trottete vor sich hin, als hätte er tausend wichtige Dinge zu erledigen, von denen Menschen keine Ahnung haben.

 

Wir hätten uns so schön unterhalten können, Ulla und ich. Doch mitten im Satz fiel ihr plötzlich ein: »Balou, kommst du mal an die Leine?« Oder: »Balou, nicht da 'rein, das ist bäh!« Und immer wieder: »Balou, bleibst du mal bei uns, bitte?« Der Hund und ich sahen uns an. War da eine leichte Genervtheit in seinen Augen?

 

Es ist klar, dass das mit Ulla und den Spaziergängen auch nichts wurde. Den Kaffee danach hatte ich sowieso schon gestrichen. Ich kam zu dem Schluss: Hunde sind wie Kinder. Nein, Frauchen sind wie andere Mütter auch.

 

Ab diesem Zeitpunkt begann ich die Hunde in der Stadt mit anderen Augen zu sehen. Überall fielen sie mir auf: Gottergebene Kreaturen, die auf Bestellung Häufchen machen, auf dem Rücksitz mit zur Geigenstunde fahren oder einfach vor dem Supermarkt vergessen werden. Alten Leuten und auch Depressiven werden sie gerne als Partnerersatz anempfohlen. Wahrscheinlich, weil man Delphine so schlecht in der Wohnung halten kann.

 

Was dabei herauskam, sah man zum Beispiel an Leo, dem Rauhaardackel meines Nachbarn Herrn Schmoller. Ächzend schleppten beide ihre dicken Bäuche durch's Treppenhaus. Beide hatten dieselben glasigen Augen, dieselben verfilzten Haare und einen ziemlich schlechten Atem. Ich dachte: Herr Schmoller wird wahrscheinlich am Herztod versterben, aber für Leo tut es mir leid. Was kann der arme Dackel dafür, dass er nur Kekse und Bier bekommt?

 

Mit Daisy war es anders, aber im Grunde genauso. Die kleine Terrierdame hatte im Frühjahr mit Nordic Walking begonnen. Das heißt, sie wurde von ihrem Frauchen dazu gezwungen. Diese – eine beleibte Mittfünfzigerin – hatte sich offenbar ein ehrgeiziges Ziel gesteckt. Jeden Morgen sah ich sie mit hochroten Wangen im Stechschritt durch den Park eilen. Im Schlepptau an der Leine hing Daisy wie ein Schlauchboot. Kein Pinkeln, kein Schnuppern war möglich – sie wurde einfach mitgezogen.

 

Ein Jahr später hatte sich das Frauchen tatsächlich um die Hälfte reduziert, Daisy allerdings auch. Ehrlich gesagt, sie war ein Knochengerüst, ihr Blick war völlig leer geworden. Wie im Wahn tippelte sie noch immer vor sich hin. Ich glaube, sie hätte eine Therapie gegen Sportsucht gebraucht.

 

Ich könnte Ihnen noch so viel erzählen. Von Balisto, der sich stundenlang die Pfötchen blutig knabberte, wenn niemand zu Hause war. Von Grace, die passend zur Einrichtung gekauft und beim Umzug dann ins Tierheim abgeschoben wurde. Von Tassilo, der an einer Raucherlunge verstarb, weil sein Herrchen Zigarren schätzte.

 

Aber vielleicht haben Sie ja sowieso schon von mir in der Zeitung gelesen. Nein? Nun, man wirft mir vor, 50 Hunde in meinem Haus gehalten zu haben. Ich weiß nicht, was daran verwerflich sein soll. Sie haben ordentliches Futter bekommen, drei Spaziergänge am Tag, Verhaltenstherapie und Pflege für die wunden Pfoten. Bald wollten wir auf's Land ziehen, damit sie mehr Auslauf haben. Doch nun kommt die Hauptverhandlung und alles kostet einen Haufen Geld.

 

Das Medienecho ist groß, und so gebe ich bezahlte Interviews – jeder will die Verrückte mit den Hunden sehen. Vielleicht kann ich dadurch das Landhaus finanzieren und ein ordentliches Tierheim draus machen. Was mich bei der Sache aber am meisten kränkt: Meine alten Studienkolleginnen berichten, ich sei schon immer komisch gewesen. Hätte mich damals nicht für ihre Kleinen interessiert. Wahrscheinlich sei da ein großer Neidkomplex und die Hunde seien mein Kinderersatz.

 

 

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