Deprecated notice: preg_replace(): The /e modifier is deprecated, use preg_replace_callback instead in /www/htdocs/w00bbd19/system/mbstring.php on line 151
Deprecated notice: preg_replace(): The /e modifier is deprecated, use preg_replace_callback instead in /www/htdocs/w00bbd19/system/mbstring.php on line 151
Deprecated notice: preg_replace(): The /e modifier is deprecated, use preg_replace_callback instead in /www/htdocs/w00bbd19/system/mbstring.php on line 151
Deprecated notice: preg_replace(): The /e modifier is deprecated, use preg_replace_callback instead in /www/htdocs/w00bbd19/system/mbstring.php on line 151
Deprecated notice: preg_replace(): The /e modifier is deprecated, use preg_replace_callback instead in /www/htdocs/w00bbd19/system/mbstring.php on line 151
Deprecated notice: preg_replace(): The /e modifier is deprecated, use preg_replace_callback instead in /www/htdocs/w00bbd19/system/mbstring.php on line 151
Deprecated notice: preg_replace(): The /e modifier is deprecated, use preg_replace_callback instead in /www/htdocs/w00bbd19/system/mbstring.php on line 151
Deprecated notice: preg_replace(): The /e modifier is deprecated, use preg_replace_callback instead in /www/htdocs/w00bbd19/system/mbstring.php on line 151
Deprecated notice: preg_replace(): The /e modifier is deprecated, use preg_replace_callback instead in /www/htdocs/w00bbd19/system/mbstring.php on line 151
Deprecated notice: preg_replace(): The /e modifier is deprecated, use preg_replace_callback instead in /www/htdocs/w00bbd19/system/mbstring.php on line 151
Deprecated notice: preg_replace(): The /e modifier is deprecated, use preg_replace_callback instead in /www/htdocs/w00bbd19/system/mbstring.php on line 151
Deprecated notice: preg_replace(): The /e modifier is deprecated, use preg_replace_callback instead in /www/htdocs/w00bbd19/system/mbstring.php on line 151
Deprecated notice: preg_replace(): The /e modifier is deprecated, use preg_replace_callback instead in /www/htdocs/w00bbd19/system/mbstring.php on line 151
Deprecated notice: preg_replace(): The /e modifier is deprecated, use preg_replace_callback instead in /www/htdocs/w00bbd19/system/mbstring.php on line 151
Warning: Cannot modify header information - headers already sent by (output started at /www/htdocs/w00bbd19/system/functions.php:122) in /www/htdocs/w00bbd19/system/libraries/Template.php on line 174 hallo-fraeulein - Arbeitskleidung

VON FEUCHTZONEN UND FETTFLECKEN

 

Als ich damals in der Gastronomie anfing, mit etwa 20 Jahren, war ich noch ziemlich unbedarft: Schüchtern, freundlich, blondgelockt, eine vergeistigte Abiturientin eben. Die ersten Jobs – in einer schwäbischen Pilsstube und einem italienischen Eiscafé – haben mich jedoch für's Leben geprägt. Recht schnell wusste ich, wann ich »stronzo!« sagen musste und wann eher »porco dio!« angesagt war. Bis heute ist das herzhafte Fluchen beim Arbeiten ein wirksames Mittel gegen Magengeschwüre geblieben.

 

Kleidungsmäßig hatte ich damals keine Chance, wenn ich den Job haben wollte: Als erklärte Hosenträgerin und bekennender Späthippie zwängte ich mich also in Nylonstrümpfe, schwarze Röcke und weiße Blusen. Ich sah aus, als könnte ich mich nicht entscheiden, ob ich nun zur Hochzeit oder zur Beerdigung will. Die Krönung war allerdings das weiße, geklöppelte Servierschürzchen, das nicht wirklich dafür sorgte, dass mein Rock sauber blieb – dafür war es nämlich zu klein.

 

Ich bemitleide seitdem die Restaurantfachfrauen, die diese Lätzchen täglich tragen müssen. Vielleicht sollte ich bei der UNO eine Eingabe machen wegen Verletzung der Menschenwürde. Oder wegen Diskriminierung. Bei Kellnern jedenfalls habe ich noch keine Schürzchen gesehen. Und Häubchen auch nicht.

 


 

Gott sei Dank hat sich mittlerweile einiges geändert. Die Servicekluft in der modernen Gastronomie ist schicker geworden, bunter, ansprechender. Rote Hemden sind nicht unüblich, gestreifte Bistro-Schürzen sehr beliebt, Tops und T-Shirts in der Freizeitgastronomie nicht mehr verboten. Frauen dürfen außerdem Hosen tragen.

 

Was geblieben ist, sind die Qualen: Die Oberteile aus leckerem Polyirgendwas und meist nur in S oder XXL zu haben. Also zu steif oder zu schlabberig, zu warm oder zu dünn. Die Schürzen sind sowieso immer zu lang, zu weit und zu dick. Wer schon mal bei 30 Grad im Schatten in voller Montur Teller geschleppt hat, wird mich verstehen.

 

Auch mit den Schuhen ist das so eine Sache: Für die Fußgesundheit sollte fräulein eigentlich Walkingboots tragen. Aber stellen Sie sich das mal zum 3-Gänge-Menü vor. Also müssen wieder die Ballerinas, Sneakers und Lackschühchen herhalten. Was bei 30 Grad im Schatten dazu führt, dass diese Schuhe sehr schnell nicht mehr gesellschaftsfähig sind. Und Kellnerinnen insgesamt zur Stammkundschaft bei Orthopäden macht.

 


 

Was die sonstigen Feuchtzonen beim Kellnern betrifft, ist es um den Bauch herum am schlimmsten. Dort sorgen in der Regel Unterwäsche, Hose, Bluse, Schürze und Gürtel für einen veritablen Hüftumfang. Der Gürtel sitzt natürlich sehr stramm, denn er muss das Kellnerportemonnaie – vulgo: Euter – halten. Die abendliche Erleichterung beim Abschnallen dieses Hüftgürtels ist unbeschreiblich.

 

Viele von uns kennen übrigens Angstträume, in denen sie diesen Gürtel nicht mehr loswerden, so verzweifelt sie auch daran zerren. A propos Alpträume. Sehr beliebt ist auch dieser: In einer etwas surrealen Umgebung stehen etwa 100 Tische, an denen  sich nach und nach immer mehr Gästeniederlassen. Alle rufen, alle gucken, der Block füllt sich unentwegt. Die Bedienung gerät schrecklich in Panik – wie Scrat in »Ice Age«, wenn er mal wieder seine Nuss verloren hat. Spätestens dann ist es natürlich an der Zeit, sich über eine Umschulung Gedanken zu machen.

 


 

Zurück zum Thema. Wer schon einmal Dienstkleidung trug, weiß bestimmt, welch logistische Finessen nötig sind, um bei zwei Garnituren jeden Tag frisch gewechselt am Arbeitsplatz zu erscheinen. Wer seine privaten Klamotten opfert, weiß aber auch ein Liedchen zu singen: darüber, dass Fettflecken trotz Gallseife sehr anhänglich sind. Darüber, dass man selbst abends im Kino noch nach Frittierfett stinkt. Und darüber, dass Ketchup aus Wildleder nur ganz, ganz schlecht wieder 'rausgeht.

 

Eine junge Kollegin erzählte augenzwinkernd, dass ihr Freund sie abends oft zärtlich empfange: »Hmm, Du duftest schon wieder nach Pommes! Zum Anbeißen!« Ein andermal: »Wir brauchen nicht zu McDonalds zu gehen. Ich ess' Dein T-Shirt.«

 


 

Wie schon einmal erwähnt, bin ich Aushilfe (mittlerweile ist das ja ein eigener Beruf geworden). Als solche bleibt mir die gehobene Gastronomie verwehrt und auch deren Kleiderordnung. Was ich aber leider trotzdem mitmachen musste, ist dieses Schilderding. Bestimmt aus den USA importiert und bestens geeignet zur Denunziation und Belästigung.

 

Als unser Chef die Namensschilder einführte, gab es erbitterten Widerstand. Half aber nix, mit vollem Namen standen wir fortan beim Gast, der wiederum völlig anonym sich weiterhin schlecht benehmen durfte. Es dauerte nicht lange, da bekam eine Kollegin nach einer abendlichen Firmenfeier den ersten privaten Anruf.

 

Solcherart alarmiert, druckte der Chef nur noch die Vornamen auf die Schilder. Dies wiederum veranlasste mich zu der Bemerkung, das sei ja wie im Puff, was er aber nicht so richtig verstanden hat. Nun ja, seitdem heiße ich nicht mehr »Hallo« oder »Entschuldigung«, sondern »Anja«, »Kerstin« oder »Julia«. Denn natürlich trage ich heimlich andere Namensschilder. Dass mich wildfremde Leute einfach beim Vornamen rufen, will ich nämlich auch nicht.

 

Es ist übrigens erstaunlich, wie selten Gäste sich merken können, von wem sie bedient wurden. Die Schilder haben das Problem nur verschoben. Sagte eine ältere Dame mit Rechnungswunsch auf meine Frage, wer denn bei ihr gewesen sei: »Na, der hatte so'n Schild am Hemd. So wie sie.«