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EINFACH NUR KAFFEE, BITTE!

 

Unsere Kaffeekarte ist nichts Besonderes, der Standard eben, wenn man Publikum zwischen 1 und 81 hat: Latte, Kännchen, Cappuccino, Doppio, Milchkaffee – das war's dann schon fast. Das passt zwar alles schön übersichtlich auf eine Seite, aber nur, weil die Lautsprache fehlt. Ein grober Fehler, wie sich immer wieder zeigt.

 

Die jüngste Szene ging so: Zwei Ehepaare Mitte 40 fallen im Eroberungsmodus auf der Terrasse ein. Lautstärke, Humor und Bräune lassen auf einen gemeinsamen Urlaub auf Malle schließen. Einer der Herren scheint der Anführer zu sein: "Gute Frau!", poltert er jovial, als ich den Tisch wische, "bleiben se gleich ma hier, dann geht's schneller."

 

Für die Damen bestellt er nun großmundig "zwei Latsche Matschato", für die Herren "einfach nur Kaffee schwarz, nicht so neumodisches Zeug, gell?" – "Tassen oder Kännchen?", frage ich überaus freundlich und freue mich schon, die Bestellung an der Theke abzugeben: "Zwei Latsche Matschato!" – Inzwischen ist das unser Warnruf für anstrengende Gäste.

 


 

Platz 1 im Rennen der Kaffeespezialisten halten jedoch die Cappuccino-Kenner. Vielmehr Kennerinnen, denn meist sind dies Frauen ab etwa 50, die schon richtig herumgekommen sind, auf jeden Fall aber bis zum Gardasee. In schöner Regelmäßigkeit schimpfen sie über die "Brühe", die wir da servieren. Sie tun dies mit gekräuselten Lippen in einem toupierten Gesicht und in einem Tonfall, der sonst für den Gärtner oder das Dienstmädchen reserviert ist.

 

Der Text zu diesem Gesicht geht so: "Also, Fräulein, ich muss schon sagen, das soll ein Cappuccino sein? Eine Brühe ist das! Da ist ja gar kein Kaffee drin, nur Milchschaum! Und wo ist die Sahne? Wie, Cappuccino ist ohne Sahne... Also, ich will Ihnen mal 'was sagen: Wir fahren seit Jahren nach Italien in Urlaub, aber so etwas haben wir da noch nicht getrunken. Cappuccino ist mit Sahne! Wo gibt's denn sowas!"

 

Etwa fünf Minuten kosten mich diese Diskussionen im Durchschnitt. In der Regel finden sie bei Hochbetrieb statt, also nachmittags ab drei. Im Augenwinkel sehe ich dann, wie nach und nach neue Tische besetzt werden, immer mehr Gäste schmutziges Geschirr zu einem Haufen zusammenschieben und mich erwartungsvoll anstarren. Ich bekomme leichte Panik und kapituliere: "Ich bringe Ihnen einen normalen Kaffee mit Sahne, ja? Aber ich muss Ihnen das auf jeden Fall berechnen." – Oje, falsches Stichwort. Natürlich ist sie auf's Neue empört und natürlich wird sie "dieses Restaurant nicht mehr betreten!"

 

"Wie überaus schade!", denke ich bei mir und lege den Turbo ein. Eine halbe Stunde dauert es, bis ich den Stau aufgearbeitet habe, den mir diese Dame beschert hat. Von den Gästen wird das folgendermaßen kommentiert:

1. "Also, das dauert ja lange heute bei Ihnen..."

2. "Können Sie mal den Tisch abräumen? Und ein Lappen wäre nicht schlecht, hier ist es ja ganz krümelig!"

3. "Dürfen wir auch mal bestellen?"

 


 

Zurück zum Thema. Nach solchen Erlebnissen freue ich mich geradezu auf das Ömchen, das immer vom Altersheim herüberkommt. Die etwas zerstreute alte Dame scheint aus gutem Hause zu stammen, denn ihr Outfit ist immer très élégant. Wahrscheinlich hat sie im Heim die Thermoskannen satt, den Diabetikerkuchen und die Gespräche über Krankheiten und abwesende Enkel.

 

Bei uns leitet sie das immer gleiche Ritual mit der Frage ein: "Sagen Sie, ist der Kaffee bei Ihnen denn sehr stark?" Ich erkläre ihr dann immer, dass jede Tasse frisch geröstet wird und die Sorte einen sehr kräftigen Geschmack hat. Sodann biete ich ihr einen Cappuccino an und erkläre ihr, was das ist. Doch ihre Antwort bleibt stets die gleiche: "Ach nein, Fräulein, einfach nur Kaffee."

 

Weil wir sie so gern haben, bekommt sie also eine Tasse Kaffee und ein Kännchen heißes Wasser, dazu fünf kleine Milchdöschen und mehrere Kekse. So kann sie zwei Stunden bei uns verweilen und das bunte Treiben im Restaurant beobachten. Einmal die Woche gibt es außerdem einen schönen Kuchen mit Sahne, den sie aber nie ganz aufisst. Immer biete ich ihr an, die Reste einzupacken, immer lehnt sie dankend ab. Wir rätseln: Darf sie nichts mit ins Heim nehmen? Muss sie vielleicht dringend Diabetikerkuchen essen?

 


 

Nun ja, während die Besuche der alten Dame in jüngster Zeit immer seltener werden, kommen die "Ökis" immer häufiger. Eine etwas despektierliche Bezeichnung meines Kollegen F., aber im Grunde sind damit die Trinker der Weichei-Varianten von Kaffee gemeint, nämlich alle oben genannten Sorten in der koffeinfreien Version und dasselbe nochmal als Muckefuck.

 

Sie sorgen an der Theke für besondere Freude, weil wir eigentlich einen Vollautomaten haben. In Stoßzeiten kosten diese Kaffees somit drei Sekunden mehr Arbeitszeit und erfordern eine gewisse Koordination. Getreidekaffee zum Beispiel will so schnell angerührt werden, dass keine bitteren Klumpen entstehen. Als Milchkaffee oder Latte muss außerdem das Verhältnis zum Milchschaum stimmen.

 

Eine Steigerung im Schwierigkeitsgrad ist möglich: Der koffeinfreie Kaffee lässt sich nämlich veredeln – "mit zwei Tropfen Bohnenkaffee, bitte". Ja, alles schon vorgekommen. Spätestens bei der Frage nach geschäumter Sojamilch ist dann aber  Schluss. Vorher haben wir uns da meist schon anhören müssen, dass diese einzeln verpackten Kekse ja nicht gerade umweltfreundlich sind. Tja, Pech gehabt, Soja ist nämlich auch nicht umweltfreundlich, weil dafür die Wälder in Brasilien abgeholzt werden.

 


 

Die ältere Generation führt solche Diskussionen nicht. Die trinkt ihren Kaffee ohne Schaum und ist erstmal sprachlos, wenn es "draußen" auch Tassen gibt. Nach 50 Jahren Kännchen-Zwang im Wirtschaftswunderland bestimmt keine einfache Übung. Das zeigt sich spätestens beim Kuchen: Natürlich wird er ohne Sahne serviert, wenn keine Sahne bestellt wurde – gerade mit Blick auf die vielen Herz-Kreislauf-Erkrankungen heutzutage. Für viele Senioren gleicht das jedoch einem Hochverrat: "Wie, da ist ja gar keine Sahne drauf!", heißt es dann im empörten Ton einer frühreifen Sechsjährigen. Danke, Udo Jürgens, für diese Konditionierung.

 

Was für die Älteren auch nicht geht, sind natürlich diese Togo-Sachen. "Haben Sie denn nur Kaffee aus Afrika?", fragte ein Gast in einem Coffeestore schüchtern. Er hatte das To go-Schild gesehen, aber leider kein Englischbuch dabei. Kaffee in Pappbechern? Nein, das ist für diese Generation stillos: To sit und in Porzellan muss es sein. Und irgendwie haben die alten Leute ja recht: Kaffeetrinken heißt immer noch Pause machen, und nicht nebenbei tausend andere Dinge tun.