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KLEINE GÄSTE-TYPOLOGIE

 

Es gibt tatsächlich Gäste, die gibt es überall und die kommen auch immer wieder. Manchmal fühlt man sich regelrecht verfolgt, obwohl man schon längst in einem anderen Café arbeitet. Aber es sind natürlich nicht dieselben Gäste, sondern nur die gleichen. Sozusagen Geschwister aus demselben großen Wurf.

 

Die seltsamsten Wiedergänger sind dabei die älteren Ehepaare in Grau und Kleinkariert. Sie sitzen am liebsten schweigend nebeneinander und stieren geradeaus, ein bisschen loriot-artig und gerade so, als ob man ihnen den Fernseher genommen hätte. Eigentlich ist seit 20 Jahren alles gesagt und man hat das Gefühl, in echte Abgründe zu blicken. Aber warum haben sie es immer so eilig? Sofort die Speisekarte, sofort essen, sofort zahlen. Ist das der Futterneid aus der Nachkriegszeit? Oder zählen sie ihre Tage rückwärts bis zur Null?

 


 

Nicht weniger seltsam sind diese It-VIPs (I think I'm a very important person). Die SUV-Fetischisten, Wellness-Touristiker, Lacoste-Retter. Sie wissen zwar, was sie bestellen und wie man es ausspricht. Die "due espressi" gehen ihnen jedoch so selbstgefällig über die Lippen wie sie anschließend auch das Trinkgeld auf den Tisch werfen. Natürlich nur, wenn Freunde dabei sind.

 

Sie besprechen bei uns den jüngsten Pitch, das Tennistraining der Kinder oder die Party im Autohaus. Dazu tragen sie gerne rosa Poloshirts (Männer), Pferdeschwanz und Reitstiefel (Frauen) sowie drinnen eine Sonnenbrille im Haar (beide). Das Lachen der Männer ist meist eine Spur zu laut, die Frauen sind oft eine Spur zu schlank. Ihre Kinder sind so hyperaktiv, dass wir sie ermahnen müssen, auf die anderen Gäste Rücksicht zu nehmen. Daraufhin werden wir von Papi und Mami das erste Mal wahrgenommen und von oben bis unten taxiert.

 


 

Da lobe ich mir doch die Kegelrunde "Alle Neune", die – 20 gut gelaunte Frauen stark – ohne Reservierung bei uns einfällt einkehrt. Einmal ohne Männer ausgehen! Das Geschnatter will kein Ende nehmen. Wenn endlich alle von der Toilette zurück sind, mache ich mich lautstark als Kellnerin bemerkbar.

Und los geht's mit den Bestellungen: Also, am liebsten ja Alster, darf ich das? – Wer fährt denn nachher? Ilse? Na dann, fünf Alster, bitte. – Und ham Sie auch 'was Deftiges, Strammer Max zum Beispiel? – Wie, Du hast doch schon einen Max zuhause, ist der nicht stramm genug? Hahaha. – Wie wär's denn mit nem Sektchen? Will noch einer Sekt, alleine trinke ich den nicht. – Na, dann teilen wir uns nen Piccolo. Fräulein, einen Piccolo und drei Gläser, bitte.

Die Damen ratschen und tratschen, kichern und albern. Sie singen und halten Reden und klatschen dazu. Die anderen Gäste sitzen wie paralysiert und beobachten das Treiben. Nach einer etwa 20-minütigen Kassierorgie ist der Wirbelsturm dann vorbei und im Café kehrt gespenstische Ruhe ein.

 


 

Wen wir auch sehr ins Herz geschlossen haben, ist die plaudernde Mütterrunde – sie bildet wirklich eine eigene Gästespezies. Mit einer Sollstärke nicht unter 5 rückt sie gerne zum Frühstück an. Welpenschutz und Welpenpflege stehen hier absolut im Vordergrund. Deshalb auch die Kinderwagenburg rund um die Tische. Bedienen unmöglch.

 

Die Tische hinterher: Butterkekse, Bananenschalen, Kinderbrei, Smarties, feuchte Tücher und sonstiger angenässter Zellstoff, den man in Zeiten der Schweinegrippe eigentlich nicht in die Hand nehmen möchte. Und auch wenn Sie es nicht hören wollen: Natürlich wurde auf Restaurant-Tischen schon heimlich gewickelt. Und natürlich hat das Personal schon einmal ein großes Geschäft aus der Spielecke entfernt, weil die Mama plötzlich verschwunden war.

 


 

Während die Frauen zumindest ein bisschen Leben in die Bude bringen, sind andere Gäste still bis zur Unheimlichkeit. Ich nenne sie die Hypnotiseure und Minimalisten. Die einen starren die ganze Zeit, die anderen kommunizieren einzig mit ihrer Augenbraue. Interessanterweise muss man als Kellnerin immer hingucken, obwohl man es unverschämt findet. Starren kann demzufolge bedeuten: 1. Ich möchte bestellen, 2. Können Sie mal herkommen?, 3. Haben Sie heute abend schon etwas vor?, 4. Ich möchte bezahlen. Wenn einer die Augenbraue hebt, kann das bedeuten: 1. Ich möchte bestellen, 2. Können Sie mal herkommen?, 3. Haben Sie heute abend schon etwas vor?, 4. Ich möchte bezahlen. Sagt einer plötzlich "Hallo", weil er die Rechnung will, ist man ganz erschrocken.

 


 

Was dem Hypnotiseur fehlt, hat der Thekenhocker leider zuviel: Geselligkeit. Vertraulichkeit. Anhänglichkeit wie ein Golden Retriever. Entsetzlich. Haben Sie sich schon mal mit einem Mann unterhalten, der gerade sein fünftes Gedeck bestellt, Zwiebelbrötchen gegessen hat, frisch geschieden und arbeitslos ist und außerdem noch Zigarillos raucht – und das alles während Ihrer Arbeitszeit? Nach so einem Abend hinter der Theke wissen Sie jedenfalls, wo Ihre Ohren sitzen und möchten auf der Stelle lesbisch werden.

 


 

Ein gutes Standing ist auch empfehlenswert bei Abendveranstaltungen jeglicher Art, also bei Hochzeiten, Geburtstagen oder Firmenfeiern. Da treten die krisengeschüttelten Mitfünfziger gleich reihenweise im Anzug auf und pubertieren auf Kosten des Gastgebers. Gegenüber den jungen Kellnerinnen geben sie sich gönnerhaft und siegesgewiss, haben jedoch schon bald weder Zunge noch Hände unter Kontrolle. Selbst- und Fremdbild klaffen hier oft meilenweit auseinander.

 

Recht schnell bekommen diese festlichen Abende dann Wies'n-Charakter und eine Kollegin wusste sich einmal nur dadurch zu helfen, dass sie einem betrunkenen Banker bedeutete: "Wir sind hier nicht im Puff!" Worauf die Herrenrunde natürlich herzlich lachen musste.

 

Die Frauen stehen dem übrigens in nichts nach. Reichlich angeschickert, werfen sie sich besonders gern ihren Kollegen an den Hals, wollen ordinärer sein als die Männer oder schikanieren die Bedienung, die kurzerhand zur Konkurrentin erklärt wird. Auch Frauen werden verschwenderisch, wenn die Rechnung auf andere geht, Männer eher prahlerisch. Schon oft haben wir die Gastgeber bedauert, wenn um fünf Uhr morgens immer noch gepichelt wurde. Spätestens zu diesem Zeitpunkt könnte man eigentlich Getränkeautomaten aufstellen – Bier und Kurze wären da völlig ausreichend.

 


 

Dann doch lieber Tagesgeschäft. Die Tagesgäste kann man richtig lieb gewinnen, wenn man ein paar Tipps beherzigt:

 

  • Nicht ärgern, wenn beim Servieren auf der Terrasse Süßstoff, Ketchup, Sahne oder Strohhalme nachgeordert werden – jeder Gang hält schlank.
  • Nicht gekränkt sein, wenn so ein pensionierter Oberlehrer Deine Frisur bemäkelt und findet, Du solltest ein bisschen mehr lächeln. Antworte ihm so etwas wie: »Ich habe immerhin noch eine Frisur.«
  • Nicht diskutieren, wenn Gäste ihre Meinung zu Politik/Wetter/Fußball... kundtun. Sie wollen kein Gespräch, mit Dir schon mal gar nicht.
  • Nicht unter Druck setzen lassen, wenn jemand es besonders eilig oder heikle Sonderwünsche hat – das gibt sowieso kein Trinkgeld.
  • Nicht wundern, wenn die Gäste es an Manieren mangeln lassen. Sie haben schließlich keine Ausbildung. »Bitte« und »Danke« kannst du also auch leise zu Dir selbst sagen.